Thüringen-Drama: Wahlergebnis erneut korrigiert – FDP am Abgrund

Nach der Thüringen-Wahl könnten die Mehrheitsverhältnisse die CDU in einen tiefen Konflikt stürzen. Koaliert die Partei mit Bodo Ramelows Linke? Die Entwicklungen im Ticker.

Den Thüringer CDU-Landtagsabgeordneten Michael Heym halten einige seiner Parteikollegen nach seiner Forderung, ein Bündnis mit der AfD nicht auszuschließen, für nicht mehr tragbar. Auf Twitter äußerte sich der parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Marco Wanderwitz (CDU) mit einem klaren Statement. „Leute wie Herr Heym haben in der CDU nichts verloren“, schrieb er in seinem Posting. „Wir Christdemokraten grenzen uns nach rechts- wie linksradikal klar ab. Die AfD ist keine bürgerliche Partei“, hieß es in dem Twitter-Post weiter.

Mit Blick auf das Ergebnis der AfD bei der Thüringen-Wahl hatte Heym Anfang der Woche gesagt: „Man tut der Demokratie keinen Gefallen, wenn man ein Viertel der Wählerschaft verprellt.“ Die AfD erreichte nach vorläufigem Ergebnis 23,4 Prozent und landete damit vor der CDU, die auf 21,8 Prozent rutschte. „Rechnerisch reicht es für ein Bündnis aus AfD, CDU und FDP. Ich finde, das sollte man nicht von vornherein ausschließen“, sagte er.

Thomas Röwekamp, der CDU-Fraktionschef in Bremen, meldete sich ebenfalls über Twitter zu Wort. „Ich erwarte, dass die CDU Thüringen diese Person aus der Partei ausschließt“, so der CDU-Politiker.

Nach Wahl in Thüringen: Dobrindt über Merz-Kritik an Merkel

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat sich gegenüber Merkur.de* zur Wahlpleite der Union in Thüringen geäußert. „Ich erwarte mir insgesamt deutlich mehr Beschäftigung mit diesem Wahlergebnis. Bei den jungen Wählern ist die AfD stärkste Kraft, bei den älteren Wählern die Linkspartei. Wortmeldungen über Koalitionen mit Kommunisten kann man sich sparen. Aber das zeigt: Wir müssen wieder über unseren Kompass als Union reden. Wir dürfen unbequeme Debatten wie über das Konfliktthema kulturelle Identität nicht den politischen Rändern überlassen.“

Zu Friedrich Merz, der danach offen die „Untätigkeit und mangelnde Führung“ Merkels kritisiert hatte, erklärte Dobrindt: „Mich nervt diese Rückwärtsdebatte. Wer der Talfahrt der SPD folgen will, der kann die Personaldebatten der SPD kopieren. Ich will die Zukunftsdebatten führen und ich will die nächste Bundesregierung unter Führung der Union sehen, dazu gehört ein geordnetes Auftreten.“ Merz schickte er noch einen deutlichen Fingerzeig hinterher: „Ich habe viel Sympathie für eine wirtschaftsliberale Politik und noch mehr Sympathie für bürgerlich-konservative Werte. Aber genau diese Werte sollte man im Umgang miteinander beherzigen.“

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